Lukas Röthlisberger

Lukas Röthlisberger



































Philosophie

Jedes Ding hat seine Geschichte. Wir sind umgeben von Geschichten: es ist all das, was irgendein Objekt schon „erlebt“ hat. Der Tisch zum Beispiel, was hat der nicht alles schon durchgemacht! Wenn er nur erzählen könnte.

Aber solange das Erlebnis nicht auf eine bestimmte Art zum Ausdruck gebracht wird: als erzählte, gezeichnete, aufgeführte, geschriebene oder gemalte Geschichte – solange ist die Geschichte verborgen.

So gesehen, sind Geschichten immer da. Sobald Zeit verstreicht, werden sie zahlreicher. Aber auch dort im Universum, wo weder Raum noch Zeit existiert, gibt es Geschichten. So quasi statische Geschichten.

Wenn der Mensch sich hinsetzt und nachdenkt, erzeugt er massenhaft Geschichten, phantastische Geschichten, erfundene Geschichten und manchmal sogar Horrorgeschichten: über das, was demnächst passieren könnte (ich könnte das Bein brechen, zum Beispiel) und dann hat man Angst vor der eigenen Geschichte.

Es gibt Bilder, die sind ganz still und andere sind einfach schön, es gibt solche, die schreien laut, quälen einen oder machen einen glücklich. Es gibt Bilder, die sind effektvoll hergestellt und man studiert: Wie funktioniert sein Trick?

Und dann gibt es Bilder, die erzählen Dir eine Geschichte, die unterhalten sich mit Deinem Gehirn, mit Deinen Assoziationen, mit Deiner Erfahrung, mit Deinem EGO und mit Deinem göttlichen Kern.

Diesen göttlichen Kern, diese Energie der Lebenskraft, diese Bewusstseinsenergie treibt mich an – und der Genuss, dem Entstehen zuzuschauen. Ich bin getrieben von der Neugier nach dem Geheimnis der Dinge, dem Gesicht hinter der Maske, dem Sinn im Banalen.